Erstmals seit dem Jahr 1992 treten die drei deutschen Premium-Automobilmarken Audi, BMW und Mercedes-Benz in der populärsten internationalen Tourenwagenserie wieder gegeneinander an. Zehn Wertungsläufe in fünf europäischen Ländern sowie die zweite Auflage des großen PS-Spektakels im Münchener Olympiastadion versprechen Motorsport-Faszination auf höchstem Niveau.
Für die Saison 2012 bietet die
Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) zahlreiche Neuigkeiten. Der wichtigste Schritt ist dabei zweifelsohne die Einführung des neuen Technischen Reglements, das von den drei beteiligten Herstellern in enger Zusammenarbeit mit dem DTM Rechteinhaber und -vermarkter ITR e.V. sowie mit dem Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) ausgearbeitet wurde. Die konstruktive Kooperation aller Beteiligten bei diesem Prozess gilt als beispielhaft im weltweiten Motorsport. Die bedeutendsten Prämissen bei der Entstehung des neuen Reglements waren Kostenreduzierung, Gewährung bestmöglicher Sicherheit für die Fahrer, Beibehaltung der Faszination der Wettbewerbsfahrzeuge und die Sicherstellung größtmöglicher Chancengleichheit für alle Teilnehmer.
In all diesen Bereichen wurden Erfolge erzielt. So besitzen sämtliche DTM-Fahrzeuge der neuen Generation als Beitrag zur Kostenreduzierung einige Einheitsteile, die allerdings keinen direkten Einfluss auf die Leistung haben. So bleibt für alle Hersteller die Möglichkeit, die eigenen technologischen Kompetenzen und Ideen in den Fahrzeugen zu verwirklichen. Hauptbestandteil des neuen DTM Sicherheitskonzepts ist eine innovative Sicherheitszelle aus Kohlefaser mit aufgesetztem Überrollkäfig aus hochfestem Stahl. In dieser Zelle sind der Fahrersitz, die Pedalerie, die Lenksäule und der Sicherheitstank integriert, sodass im Falle eines Unfalls optimaler Schutz garantiert ist. Neu sind auch die sechs Crash-Elemente, von denen jeweils eins vorn und hinten sowie zwei an der linken und rechten Seite des Fahrzeugs angebracht wurden. Diese rohrförmigen „Crasher“ aus Kohlefaser helfen beim Energie-Abbau nach einem Unfall.
Erstmals seit dem Jahr 2003 wird in der
DTM 2012 wieder mit sportlichen Coupé-Fahrzeugen gefahren. Der Audi A5 DTM, der BMW M3 DTM und das DTM Mercedes AMG C-Coupé kommen mit ihrer dynamischen, flachen Linienführung noch bulliger und spektakulärer daher als die bisherigen DTM-Boliden, die auf viertürigen Limousinen basierten. Bereits vor einigen Jahren wählte das britische Fachmagazin „Autosport“ die Rennautos der
DTM als die spektakulärsten Tourenwagen weltweit. Die neue Generation legt die Latte dabei nochmals höher. Auch die bedeutend größer dimensionierten Reifen des exklusiven DTM-Reifenpartners Hankook tragen zum eindrucksvollen Erscheinungsbild der neuen DTM-Fahrzeuge bei. Die Chancengleichheit für alle Teilnehmer schließlich wird durch das Technische Reglement gewährleistet, dessen Einhaltung durch die Experten des Deutschen Motor Sport Bundes überwacht wird.
Eine weitere Neuerung für die Saison 2012 betrifft das Punktesystem: Erstmals kommt auch in der
Deutschen Tourenwagen Masters in diesem Jahr das aus der Formel 1 bekannte Schema mit Punkten für die ersten zehn in der Gesamtwertung eines Rennens zum Einsatz. Der Sieger wird dabei mit 25 Punkten deutlich höher belohnt als bisher, danach gibt es 18-15-12-10-8-6-4-2-1 Punkte für die Positionen zwei bis zehn. Auch in diesem Jahr stehen in der DTM zehn Wertungsläufe in fünf Ländern auf dem Programm. Traditionell ist der Hockenheimring Baden-Württemberg Austragungsort für den Saisonauftakt und für das Saisonfinale der DTM. Darüber hinaus ist die Deutsche Tourenwagen Masters mit Rennen auf dem Lausitzring, dem Norisring in Nürnberg, dem Nürburgring und in der Motorsport Arena Oschersleben im Norden, im Osten, im Süden und im Westen der Bundesrepublik vertreten. Ergänzt wird der Kalender durch vier Rennen im europäischen Ausland. Wie bereits im vergangenen Jahr fährt die
Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) auch 2012 wieder auf den Traditionsstrecken von Brands Hatch in Großbritannien und im niederländischen Zandvoort, auf dem im Vorjahr wiedereröffneten Red Bull Ring im österreichischen Spielberg sowie auf dem Circuit Ricardo Tormo nahe der spanischen Stadt Valencia.
Technische Daten DTM Fahrzeuge
| Audi A5 DTM | BMW M3 DTM | AMG Mercedes C-Coupé |
| Motor |
| Hubraum |
4.000 cm³ |
4.000 cm³ |
4.000 cm³ |
| Bauweise |
4 Ventile pro Zylinder, Zylinderanordnung V8, 90° |
4 Ventile pro Zylinder, Zylinderanordnung V8, 90° |
4 Ventile pro Zylinder, Zylinderanordnung V8, 90° |
| Leistung |
ca. 340 kW | 460 PS |
ca. 353 kW | 480 PS |
ca. 368 kW | 500 PS |
| Drehmoment |
500 Nm |
500 Nm |
500 Nm |
| Motormanagement |
Bosch MS 5.1 |
Bosch MS 5.1 |
Bosch MS 5.1 |
| Ansaugluftbegrenzer |
2 x 28 mm |
2 x 28 mm |
2 x 28 mm |
| Reifen |
| Hersteller |
Hankook |
Hankook |
Hankook |
| Größe vorne |
300/680 R18 |
300/680 R18 |
300/680 R18 |
| Größe hinten |
320/710 R18 |
320/710 R18 |
320/710 R18 |
| Felgen |
| Art |
Schmiedefelgen aus Alu |
Schmiedefelgen aus Alu |
Schmiedefelgen aus Alu |
| Größe vorne |
12 x 18 |
12 x 18 |
12 x 18 |
| Größe hinten |
13 x 18 |
13 x 18 |
13 x 18 |
| Fahrwerk | Karosserie |
| Chassis |
CFK-Monocoque mit integrierter Tank und Stahlüberrollstruktur CFK-Crashelemente seitlich, vorne und hinten |
CFK-Monocoque mit integrierter Tank und Stahlüberrollstruktur CFK-Crashelemente seitlich, vorne und hinten |
Carbon-Chassis mit Überrollstruktur aus Stahl CFK-Crashelemente seitlich, vorne und hinten |
| Vorder-/Hinterachse |
Einzelradaufhängung vorn und hinten, Doppelquerlenker-Aufhängung, Pushrod-System mit Feder/Dämpfer-Einheit |
Einzelradaufhängung vorn und hinten, Doppelquerlenker-Aufhängung, Pushrod-System mit Feder/Dämpfer-Einheit |
Einzelradaufhängung vorn und hinten, Doppelquerlenker-Aufhängung, Pushrod-System mit Feder/Dämpfer-Einheit |
| Dämpfer |
einstellbare Gasdruckstoßdämpfer |
einstellbare Gasdruckstoßdämpfer |
einstellbare Gasdruckstoßdämpfer |
| Bremsanlage |
hydraulische Zweikreisbremsanlage, Monoblock-Bremssättel aus Leichtmetall, innenbelüftete Kohlefaser-Bremsscheiben vorn und hinten, Bremskraftverteilung zwischen vorn und hinten vom Fahrer stufenlos einstellbar, elektromagnetisches Startventil |
hydraulische Zweikreisbremsanlage, Monoblock-Bremssättel aus Leichtmetall, innenbelüftete Kohlefaser-Bremsscheiben vorn und hinten, Bremskraftverteilung zwischen vorn und hinten vom Fahrer stufenlos einstellbar, elektromagnetisches Startventil |
hydraulische Zweikreisbremsanlage, Monoblock-Bremssättel aus Leichtmetall, innenbelüftete Kohlefaser-Bremsscheiben vorn und hinten, Bremskraftverteilung zwischen vorn und hinten vom Fahrer stufenlos einstellbar, elektromagnetisches Startventil |
| Kraftübertragung |
| Kupplung |
4-Scheiben-CFK-Kupplung |
4-Scheiben-CFK-Kupplung |
3-Scheiben-CFK-Kupplung |
| Getriebe |
sequenzielles 6-Gang-Sportgetriebe mit pneumatischer Betätigung über Schaltwippen am Lenkrad |
sequenzielles 6-Gang-Sportgetriebe mit pneumatischer Betätigung über Schaltwippen am Lenkrad |
sequenzielles 6-Gang-Sportgetriebe mit pneumatischer Betätigung über Schaltwippen am Lenkrad |
| Differenzial |
einstellbares Lamellen-Sperrdifferenzial |
einstellbares Lamellen-Sperrdifferenzial |
einstellbares Lamellen-Sperrdifferenzial |
| Dimensionen |
| Länge | Breite | Höhe |
5.010 | 1.950 | 1.150 mm |
4.775 | 1.950 | 1.200 mm |
5.010 | 1.950 | 1.210 mm |
| Tankinhalt |
120 Liter |
120 Liter |
120 Liter |
| Gewicht (inkl. Fahrer) |
1.100 kg |
1.100 kg |
1.100 kg |
| Sonstiges |
| Scrutineering Kamera |
AIM SmartyCam |
AIM SmartyCam |
AIM SmartyCam |
| CAN Schnittstelle |
AIM ECU Bridge |
AIM ECU Bridge |
AIM ECU Bridge |
Quelle: www.dtm.com Bilder: Mario Bartkowiak | Jegasoft Media