Für mich begann 1995 die Zusammenarbeit mit dem italienischen Elektronikunternehmen AIM und ich habe meine Firma neben meiner Tätigkeit im Fiat-Konzern systematisch aufgebaut. Im Mai 2000 gab ich meine Stellung als Leiter der Versuchswerkstatt und techn. Hotline bei Fiat auf und machte mich selbstständig.
Ich stellte im Laufe des Jahres 2001 drei Mitarbeiter ein und Ende 2001 entstand in Eppingen-Elsenz aus Ulrich Mesch Motorsporttechnik die memotec GmbH. Zwischenzeitlich wurden auch die Betriebsräume an der Wohnung zu eng; so haben wir 2002 der Neubau eines modernen Betriebsgebäudes schnellstens realisiert, um zusammen mit AIM den Weg nach oben zu bewältigen.
1995
Telechron - Das Telemetriesystem, speziell entwickelt für den Kartsport
Damit können Drehzahl, Geschwindigkeit, Querbeschleunigung, Abgastemperatur und 2 weitere, vom Benutzer definierte Parameter (z. B. Drehwinkelstellungen, Drücke, Temperaturen) erfaßt und über den PC ausgelesen und graphisch dargestellt werden. Automatisch wird die Rundenzeit erfaßt.
Das System erstellt graphisch den Streckenverlauf und splittet die Bahn in Segmente. Anhand der Segmente werden die Split-Zeiten, und die Rundenzeiten ermittelt und angezeigt. Dabei werden die jeweils schnellsten Split-Zeiten hervorgehoben und ermittelt, wie schnell der Fahrer wäre, wenn er in allen Abschnitten optimal fahren würde.
Die anderen Meßwerte werden graphisch dargestellt, ebenfalls anhand der Segmente, sodaß die Auswirkungen von Änderungen am Kart oder am Fahrstil sofort erkannt werden. In Abhängigkeit der Abtastrate der Signale können so die Parameter aus weit über 100 Runden gespeichert werden, die dann auf der Festplatte historisch abgelegt und jederzeit abgerufen werden können.
Durch Hinzufügen eines Senders können die Meßdaten über Funk in Echtzeit auf das Hangerät mit Empfänger und den PC übermittelt werden, was dem Boxenpersonal die Möglichkeit gibt, den Fahrer über irgendwelche Situationen sofort zu informieren. Das spart Zeit und Geld, denn viele Kolbenfresser sind anhand der Abgastemperatur im Voraus zu erkennen. Die Benutzung der Funkübertragung ist in der Bundesrepublik Deutschland nicht zulässig.
MyChron 1
Das System erfaßt mittels einer IR-Schranke automatisch die gefahrene Rundenzeit, zeigt sie während der nächsten 5 Sekunden im Display an und speichert sie. Danach erscheint wieder die Motordrehzahl, dessen Spitzenwert ebenfalls im Speicher abgelegt wird. Ferner wird die Anzahl der zurückgelegten Runden angezeigt.
Der IR-Geber (Transmitter) wird am Streckenrand aufgestellt, und löst beim Durchfahren seines IR-Strahles im Bordgerät die Erfassung und im Display die Anzeige der Rundenzahl und Rundenzeit aus, sowie die Speicherung des Drehzahlspitzenwertes. Es können die Daten aus 40 Runden erfaßt und ausgelesen werden. Das System kann auch einfach nur als Drehzahlmesser oder autom. Stoppuhr, aber mit Datenspeicherung betrieben werden. Oder aber sequenziell wechselnd als Beides. Die Speicherung erlöscht nicht beim Ausschalten des Geräts.
1996 - 1997
Das MyChron der ersten Generation bekam im März 1996, also 3 Monate nach seinem Erscheinen, ein neues, weniger kantiges Displaygehäuse. (Oben links). Mit dieser Modifikation verschwand auch die Kanalvielfalt durch die (nun nicht mehr) einstellbaren IR-Frequenz des damals noch schwarzen Transmitters und es stand fortan nur noch ein einheitliches IR-Signal zur Verfügung.
1996 wurde die Messdatenerfassungsbox des ein Jahr zuvor erschienenen Telemetriesystems Telechron zum stand alone Datalogger Drack weiterentwickelt und ab Anfang 1997 verkauft.
Im Frühjahr 1997 erschien als Option für das neue Drack das Display T-Drack, welches bereits über einen Schaltblitz bzw. einen Temperaturalarm verfügte.
Inzwischen wurde der Transmitter nochmals überarbeitet und in einem grauen Gehäuse montiert.
Für 1997 wurde das MyChron kräftig überarbeitet: so bekam zuerst die Zusatzbox ein neues, etwas rundlicheres Gehäuse, der EIN/AUS-Schalter entfiel, denn das geht seitdem über die Tastatur. In diesem Zusammenhang wurde auch das Design etwas farbenfroher gestaltet und einige neue Versionen entwickelt.
Dachte 1995 noch niemand an Auto- und Motorradsport, so war es plötzlich nötig, auch diese Märkte zu beliefern. So entstanden 1997 folgende Versionen:
- MCL - ein reiner Laptimer, in 2 Ausführungen (mit interner Batterie oder über 12V-Bornetz versorgt)
- MCR - das bekannte MyChron, jetzt aber zusätzlich in einer 12V-Version für Auto und Motorrad. Von nun an hatten alle MCR-Versionen auch einen Schaltblitz.
- MCT - wie das bisher bekannte MyChron (nun MCR), aber mit zusätzlicher Temperaturanzeige bzw. Schaltblitz
1998
Pünktlich zur Kartmesse 1998 konnten wir die neue Generation Drack vorstellen: kleiner und leichter, deutlich preiswerter und viel leistungsfähiger– das mußte ein Renner werden (links oben).
Wurde es auch, denn nicht nur im Kartsport, sondern auch im Automobilsport und erstmals auch im Motorradsport war AIM plötzlich ein ernsthafter Wettbewerber der etablierten Marken wie 2D, Bosch, Magneti Marelli, PI oder Stack. Nicht nur, dass die AIM-Systeme deutlich preiswerter waren, sie waren teilweise sogar deutlich besser:
- 12 Bit Auflösung (andere lösten ¼ davon auf)
- professionelle Steckverbindungen statt Lüsterklemmen
- frei konfigurierbare Analogeingänge statt feste Vorgaben
- frei konfigurierbare Abtastraten bis 200 Hz pro Kanal
- lizenzfreie und kostenlose Software und Updates
Das zu dieser Zeit angebotene Display T-Drack (links) reichte zwar für Kart und Motorrad, jedoch nicht im Auto, ebenso wie das im Herbst 1998 erschienene M2-Dash (darunter). Das änderte sich erst, als ein Jahr später das DashChron kam.
1998 war auch das Jahr des Umbruchs beim MyChron. Viele neue Ideen und Verbesserungen gab es. Zu viele für ein Facelift. Also wurde ein neues Modell geschaffen: MyChron 2. Es zeichnete sich durch eine sehr durchdachte Komponentenstruktur aus, was ein Minimum an Werkzeugkosten für Platinen- und Gehäuseproduktion bedeutete. Das schlug sich sogar beim Design des Transmitters nieder. Mit MyChron 2 begann AIM’s Siegeszug über alle Wettbewerber in den USA.
MyChron 2 kam vorerst in den Versionen MCR (rechts oben, Drehzahl und Rundenzeit) und MCV (rechts, zusätzlich 2 Temperaturen und Geschwindigkeit) für Kart auf den Markt. Etwas später folgten die Varianten für Auto und Motorrad und im Jahr 2000 die Version PRO.
Die Geräte konnten schon damals die gespeicherten Daten dynamisch im Display wiedergeben, also nicht nur einzelne Messwerte, sondern die ganze Runde, wie sie während der Fahrt angezeigt wurde. Auch die Übertragung der Daten auf einen PC war möglich, allerdings mit der äußerst delikaten Infrarot-Technik mit dem IR-Lesestift (unten).
Die Technik von MyChron 2 – vier Zahlenblöcke in einem LCD-Modul, – war 1998 sehr fortschrittlich, denn die Konkurrenz verbaute zu dieser Zeit für jede Anzeige ein einzelnes LCD-Modul, was sich zwangsläufig im Preis wiederspiegelte. Nach diesem Prinzip wurde aber nur bis 2001 produziert, denn dann folgten wiederum modernere Geräte mit ersten Grafikdisplays in Pixeltechnik.
Aber auch 2010 setzt immer noch ein hartnäckiger Wettbewerber auf die veraltete LCD-Technik (4 Fenster auf einem LCD-Display) und ein anderer verkauft noch immer die antike und anfällige IR-Datenübertragung.
1999
Im Jahr 1999 gab es wieder einige interessante Neuerscheinungen von AIM, darunter eines der meißtverkauften AIM-Produkte überhaupt: MyChron Light. Insbesondere in Motorradcockpit ist nicht viel Platz zur Montage eines Laptimers vom Format des MyChron 2, weshalb ein kleiner Bruder hermusste. Aber auch bei Kartfahrern waren die neuen Geräte wegen des geringen Gewichts von nur 85 gr. sehr beliebt.
Insgesamt gab es 5 verschiedene Versionen:
- MRP – Drehzahl
- MCL – Rundenzeit
- MRT – Drehzahl, Temperatur
- MCR – Drehzahl, Rundenzeit
- MCT – Drehzahl, Rundenzeit, Temperatur
Selbst mehr als 10 Jahre später ist das MCL immer noch ein Verkaufsschlager.
In geringeren Stückzahlen gegenüber dem MyChron Light, aber mit der gleichen Kontinuität ist auch die zweite Neuentwicklung aus 1999 ein Dauerbrenner: Multichron-die erste Stoppuhr für 4 Fahrer. Multichron hatte einige interessante Features, die jedoch nicht alle Kunden glücklich machte: aufgrund der vielen Möglichkeiten war die Bedienung ziemlich komplex und nur echte Freaks beherrschten sie. Etwas weniger Bedarfte stellten sich dann unwissentlich irgendwelche Wecker, Countdowns und sonstige Piepser ein, würden nachts davon geweckt und wussten nicht, wie man das ausschaltet.
Deshalb wurde Multichron 2005 komplett überarbeitet und man hat auf den ganzen Schnick-Schnack verzichtet. Seitdem ist es eine Stoppuhr, wie die Leute sie brauchen.
Die nächste Entwicklung war DashChron, erst als Display für Drack, später als selbstständiges System Dash ST1. Dieses Gerät hatte seine Berechtigung im Motorrad und Rennwagen, denn es verfügte über alle Funktionen, die wichtig sind: Drehzahl, Rundenzeit, Geschwindigkeit, Temperaturen, Drücke, Warn- und Schaltlampen. Für viele Fahrer war DashChron wegen der analogen Drehzahlanzeige das non plus Ultra.
2000 - 2001
Mit dem neuen Jahrtausend kamen auch wieder neue Produkte: allen voran das MyChron Pro, ein Zwischending aus MyChron 2 und Drack. Zusätzlich zum MyChron 2 hatte es einen internen Querbeschleunigungssensor und die Daten wurden wie beim Drack seriell und nicht per IR ausgelesen. Dieses Gerät glänzte durch ein gigantisches Preis-Leistungs-Verhältnis.
Im Nachhinein betrachtet muß man davon ausgehen, dass die AIM-Verantwortlichen den Grundstein zu dieser Katastrophe wohl während eine Barolo-Flatrate-Nacht in irgendeiner abgelegenen Provinzkneipe gelegt haben, denn das Ding war es wirklich nicht. MyChron Pro hat uns richtig was beigebracht, denn alle Probleme, die es vorher noch nie gab, waren plötzlich da. Wir haben nie im Leben in kürzerer Zeit mehr über elektromagnetische Einstreuungen gelernt und gleichzeitig weniger Geld verdient. Damit haben wir auch etliche Kunden verloren. Leider.
Die Zeit blieb deshalb aber nicht stehen und die Entwicklung ging weiter, manchmal auch in kleineren Schritten, aber stetig. Die nächste Neuerung war ein neu designter Transmitter. Nicht von übergeordneter Bedeutung, aber so gesehen von Beständigkeit, denn diese Version ist nun schon 10 Jahre aktuell. Sein Kollege in rotem Gewand kam ein paar Jahre später und ist ausschließlich für Zwischenzeiten des MyChron TG zuständig.
Die Wiedergutmachung für das Desaster mit dem MyChron Pro hieß Drack evo3, die dritte Generation von Drack. Das war etwas wirklich Genaues. Alle waren davon begeistert, denn das war wieder eine echte Granate: perfekt verarbeitet, Super-Qualität, fairer Preis und gigantische Leistung. Und absoluter Stand der Technik: großer Speicher, ganz schnelle Datenübertragung per USB, Flash-Technologie zur Re-Programmierung der Firmware durch den Kunden (es mußten keine EPROM’s mehr getauscht werden), CAN-Bus zur Kommunikation mit Displays, interner Stützakku zum Überbrücken von sog. Microunterbrechungen, u.v.a.m. Ein typisches AIM-Produkt.
Evo3 ging für jeden Motorsportler. Manche davon hatten garkeinen Motor, so wie Andre Lange. Der war zigmal Deutscher Meister, Europameister, Weltmeister und Olympiasieger, allerdings nicht nur weil er ein evo3 an seinem Bob hatte. Mal sehen, was er jetzt bei Olympia damit erreicht.
Es gab verschiedene evo3-Versionen, die sich in erster Linie in der Anzahl an Analogkanälen unterschieden, in zweiter Linie anhand der Stecker. So gab es außer den verschiedenen Loggern mit
- 2 (links oben)
- 4 (darunter)
- 8 (links unten)
oder 13 Analogeingängen (hier nicht ausgestellt) auch unterschiedliche Displays:
- Light-Dash (rechts ganz oben)
- M2-Dash (rechts oben)
- M3-Dash (rechts mitte, kam erst später)
- Dash ST1 (rechts unten)
Fakt ist, dass evo3 sehr erfolgreich war, denn nahezu
TAUSEND Formel Renault 2000 auf der ganzen Welt wurden mit einem evo3 ausgerüstet! Und FR 2000 war nicht alles, denn viele andere Serien, Teams und Fahrer haben sich auch für evo3 entschieden. Das Spektrum begann beim Kartfahrer und endete im großen Motorsport knapp unterhalb von Moto GP und Formel 1. Im Kartsport wurde alles abgedeckt, denn es gab keine Anforderung, die evo3 nicht hätte erfüllen können. Egal ob Bambini-Kart oder Superkart.
Wir sind nun am Ende des Jahres 2001 angekommen. Die gute alte D-Mark wird es nicht mehr lange geben, denn bald kommt der schwere Euro. Ist uns egal, wie rechnen 1 : 1,95583 um, nicht wie manche Bäcker und Metzger mit 1 : 1,0.
Außerdem fühlen wir uns inzwischen mit 5 Mitarbeitern in unserer Wohnung echt eingeschränkt und planen für das kommende Jahr den Bau eines neuen Firmengebäudes.
2002
2002 war MyChron 3. Eine ganz neue Ära. Es war einfach gigantisch. Damit haben wir unseren Kunden etwas ganz gutes verkauft:
- Basic für Jedermann
- Plus Kart für Hobbyfahrer
- Gold Kart für professionelle Rennfahrer
MyChron 3 war viel besser als seine Vorgänger und Wettbewerber, denn es hatte einen sehr gut ablesbaren analogen Bargraph als Drehzahlmesser, und war in seiner Bedienbarkeit aufgrund des logisch aufgebauten Klartextmenüs (in 6 verschiedenen Sprachen) praktisch selbsterklärend. Vor allem die schnelle Datenübertragung per USB-Kabel war zu der Zeit wegweisend.
Neu war auch die Möglichkeit, MyChron 3 über das Bordnetz mit Strom zu versorgen, und so gleichzeitig die Bordnetzspannung mit der eingebauten Voltmeter-Funktion zu überwachen. Auch die berechnete Ganganzeige gab es zuvor noch nicht.
Im Sommer 2002 folgten dann plus- und gold-Versionen für Auto und Motorrad. Bei denen war alles im Display, die Anschlußbox fehlte also, denn diese Geräte waren nicht für den Einbau im Lenkrad gedacht. Und dann haben wir AIM verrückt gemacht, bis es endlich die plug & play Kits für die gängigsten Motorräder gab. Ein Riesen-Markt war plötzlich eröffnet. Gab es doch so viele Fireblades, Ninjas, GSX-R’s und R1/R6 usw.
Wir hatten aber ins Klo gefasst, denn diese billigen Motorräder aus Japan waren zwar gängig, deren Besitzer hatten aber meist nicht einmal das Geld für die Rate, geschweige denn für ‚ne neue Hose – ganz zu schweigen vom MyChron 3. Vergessen wir‘s. Die meisten konnten gar nicht kaufen, sondern wollten schnorren: bist Du Sponsor? Damit stand fest:
- für die Techniker: es geht
- für die Kaufleute: es geht doch nicht
2003 - 2004
In der Folge kamen dann weitere Versionen des MyChron 3: für Kart 2003 das extreme, welches gegenüber dem gold zwei zusätzliche, frei belegbare Analogeingänge hatte. Damit konnte der Superkart-Fahrer seine dritte u. U. auch vierte Temperatur sehen und der Nachwuchsfahrer Gaspedalstellung und Bremsdruck aufzeichnen. Und die Viertaktfraktion um Biland, Suter und Oral konnten neben Abgas- und Wassertemperatur auch Öldruck und –Temperatur anzeigen lassen.
Aus Automobilkreisen kam der Wunsch, MyChron 3 gold ebenfalls ins Lenkrad einbauen zu können. AIM’s Antwort ließ nicht lange auf sich warten und hieß ebenfalls 2003 MyChron 3 gold XG. Das Gerät war zweiteilig, wie auch plus, gold und extreme für Kart, denn beim Einbau im Lenkrad kann der Querbeschleunigungssensor nicht im Display sein.
In der Zwischenzeit war bei AIM auch die Kommunikation über CAN-Bus serienreif und wurde zuerst im MyChron 3 gold XG eingebaut. Das Gerät hieß MyChron 3 XG-Log und wurde zwischen 2004 und 2009 u. a. in sämtliche neuen Cup-Fahrzeugen von Volkswagen eingebaut: Polo-Cup in Deutschland, Jetta TDI-Cup in USA, Scirocco-Cup in China. Aber auch in vielen anderen Markenpokal- und Formelserien und natürlich bei vielen, vielen einzelnen Kunden. Alle schätzen das perfekt ablesbare, funktionelle Display, das außerordentliche gute Preis-Leistungsverhältnis sowie die unglaubliche Qualität und Zuverlässigkeit.
Im Sommer 2004 kam das letzte neue MyChron 3 Modell, das Club, als Ersatz für das nicht mehr produzierte MyChron Light MCT.
Dieses Gerät zielte wie sein Vorgänger auf den Hobbyfahrer ab, der keine Daten auswerten will. Deshalb konnte gegenüber der Basisversion des MyChron 3 ein kleinerer, preiswerter Speicher verwendet und die USB-Schnittstelle weggelassen werden. Es ist ein äußerst robustes und zuverlässiges Gerät zum kleinen Preis.
Ebenfalls sehr beliebt waren die Kartlenkräder zum Einbau des MyChron 3
2004 begann eine neue Ära, denn mit dem neuen MXL hatte sich AIM nun im Kreis der absoluten Top-Hersteller endgültig etabliert. Das MXL wurde auf Basis des MyChron 3 gold Auto entwickelt, bekam ein wunderschönes, auf dem Vollen gefrästes Kleid aus edlem Flugzeug-Aluminium und alle Features, die zu dem Zeitpunkt Stand der Technik waren.
Im Mai wurden dann 3 Versionen an den Start geschickt:
- MXL Strada – als reines Display
- MXL Pista – für den „normalen“ Renneinsatz, Auto und Moto
- MXL PRO – für den technisch anspruchsvollen Fahrer
Technische Daten AIM MXL Pista
|
Strada |
Pista |
Pro |
Pro05 |
| Analogkanäle |
8 |
8 |
8 |
12 |
| Digitaleingänge |
2 |
2 |
5 |
5 |
| Schalteingänge |
1 |
1 |
3 |
3 |
| Abtastrate (Kanal) |
10 |
500 |
500 |
500 |
| Speicher |
128 kB |
8 MB |
8 MB |
16 MB |
Nach 8 Monaten Bauzeit wurde im Januar 2005 das PRO vom besser ausgestattetem PRO 05 abgelöst. Später kam noch eine Variante mit bunten LED’s und einer geänderten Serigrafie für den Einsatz im Strassenverkehr hinzu. Inzwischen hat es ein Druckguß-Gehäuse und ist nur noch mit feiner blauer Beleuchtung lieferbar.
Ein weiteres neues Produkt kam im Sommer 2004: MyChron TG – der Ü-40 Laptimer mit besonders großen Zahlen und mehr Spielmöglichkeiten. Dieses Gerät kann im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder MCL viel mehr anzeigen und speicher. Er kann auch die Daten zum PC übertragen und kann in der 12V-Version vom Bordnetz versorgt werden. In dieser Ausführung ist sein Display blau beleuchtet.
2005 - 2006
Im folgenden Jahr gab es außer DAVID nicht viele neue Produkte von AIM, denn es wurde bereits mit Hochtouren an den Neuigkeiten für 2006 gearbeitet. Das ging tlw. wegen deren Komplexität so lange, tlw. aber auch, weil es immer wieder herbe Rückschläge gab.
DAVID (Data Video System) waren AIM’s erste Schritte im Bereich Video im Motorsport. Ihn gibt es als stand alone Gerät mit eingebautem Datalogger, der vom MyChron 3 XG-LOG kommt, und als Slave zum Anschluss an ein MXL oder evo3.
DAVID an sich ist ein Bildmischer, der die Bilder von zwei Fingerkameras mit einem virtuellen Kombiinstrument zu einem neuen Videobild zusammenfügt. Dieses Bild wird an ein externes Aufzeichnungsgerät weitergegeben und dort als Film gespeichert. Aufgrund des relativ hohen Preises wurde es nie ein Knaller, aber die Kunden, die DAVID haben, sind sehr zufrieden damit.
2006 wurde eine ganze Reihe neuer Produkte fertig, allen voran im Januar das MyChron 4. Um dieses Gerät und seine Peripherie zu sehen, müssen Sie sich jetzt umdrehen. Dort sehen Sie alles, was dieses System so einzigartig macht.
Als nächstes kam das längst überfällige GPS-System. Die Gründe für die fast zweijährige Verspätung waren tragisch: der bei AIM beschäftigte Entwickler des GPS muß wohl irgendwas genommen haben, das ihm nicht gut tat. Eines Tages, nachdem er das GPS zu ca. 60% fertig hatte, kam er zum Chef und kündigte. Er begründete den Schritt mit zu viel Stress und er habe jetzt einen besseren Job bei der Post im Briefzentrum. Egal – so einen muß man nicht halten.
Sein Nachfolger war ein echter Macher, denn er hatte alles sehr schnell im Griff und das System zu etwa 85% fertig - als er bei einer Testfahrt tödlich verunglückt ist. Sein ganzes Wissen über das System hat er mit ins Grab genommen, denn es gab keine Dokumentation über seine Arbeit. Und wieder ging es von vorne los. Einfach nur tragisch.
2006 wurde auch das Lambda-System LCU 1 fertig. Technisch nichts bahnbrechendes aber äußerst hilfreich, denn mit LCU hören Lügerei und Schätzerei auf. Und so mancher Scharlatan wurde damit schon überführt, weil seine Vergaser einfach nur eine falsche Bezeichnung trugen: g und s waren vertauscht.
Wer wirklich wissen will, ob sein Motor das richtige Gemisch kriegt, kommt an LCU nicht vorbei, denn dieses System zeigt auch noch an der zweiten Stelle hinter dem Komma den exakten Messwert an. Dafür ist im System eine BOSCH Breitband-Lambdasonde LSU 4.9 enthalten, die im Gegensatz zur veralteten, unbeheizten Sprungsonde nicht feststellt, ob das Gemisch fett oder mager ist, sondern den exakten Messwert wie fett bzw mager genauestens ermittelt. Die Aussage „fett“ oder „mager“, die von der antiken Sprungsonde ausgegeben wird, ist wie „warm“ oder „kalt“. Fragen Sie mal einen Eskimo bei 0° ob es warm ist und dann fragen Sie bei derselben Temperatur eine Senegalesen ob es kalt ist. Beide werden mit JA antworten und beide haben Recht! Soviel zur elektronischen Wünschelrute, der Sprungsonde – bzw. dazu, weshalb wir die Breitbandsonde benutzen.
2007 - 2008
2007 war Geburtsstunde von evo3 pista undevo3 pro. In Anlehnung an die Technik der gleichnamigen MXL-Systeme wurden deren Innereien in die bekannten, quaderförmigen AIM-Gehäuse implementiert. Das PRO in das edle Aluminiumgehäuse vom evo3, das Pista in den Plastikkasten vom MyChron 3. Letzteres ist m. E. eine Schande, denn in Wirklichkeit handelt es sich um Messtechnik vom Feinsten für Leute, die kein MXL als Display brauchen, sondern ein Formula Steering Wheel.
Die Kollegen südlich der Alpen rechtfertigen den Nylonkasten mit „ist leichter“ und „braucht man nicht“. Das ist aber genauso, wie wenn man einen 15 Jahre alten Barolo im Stehen aus der Flasche trinkt. Wie Bier. NEIN, das geht nicht!
Unser Protest wurde erst nicht erhört, aber im Sommer 2009 bekam zumindest das evo4 doch wieder ein standesgemäßes Aluminiumgehäuse.
Auf das Formula Steering Wheel sind alle heiß, die kein Dach überm Kopf haben: nicht die Obdachlosen, sondern Formel-, Sportwagen- und Superkartfahrer usw. Es ist ein sehr schönes und funktionelles Teil, das richtig gut in der Hand liegt und auch sehr sicher ist, denn Freddie Hunt hat sich damit bei keinem seiner 15 Abflüge in der Formel ADAC Saison 2009 verletzt. Wir freuen uns, daß wir es verkaufen können.
2009
2009 wird MyTach erfunden. MyTach ist eine GPS-Armbanduhr für Rennfahrer, Radfahrer, Reiter, Surfer, Wanderer, Läufer, Jogger und alle anderen, die sich bewegen oder bewegen lassen. Rennfahrer können sie auch als Laptimer benutzen. Ansonsten zeigt sie über den PC wo man war, wie schnell etc. Unser kleinster Datalogger.
Im Mai 2009 kommt noch etwas absolut sinnvolles auf den Markt: SmartyCam. Dazu schreibe ich jetzt nichts mehr, denn das muß man gesehen haben. Hier stehen überall Monitore, auf denen Demo-Videos laufen. Es gibt keine Möglichkeit, mit weniger Messtechnik als MyChron 4 mit SmartyCam innerhalb weniger Augenblicke zu sehen, wo man noch einige Hundertstel gutmachen kann.